Haare waschen mit Heilerde, Tonerde oder Lavaerde

Ernsthaft?

Wenn es darum geht deine Haare mit Erde zu waschen, schreckst du innerlich vermutlich erst einmal zusammen. Musst du aber nicht, immerhin werden Heilerde und Lavaerde schon ewig zur Hautpflege eingesetzt, warum sollte es also nicht auch in den Haaren wirken?

Populär in No Poo-Kreisen sind Lavaerde, Heilerde und Tonerde. Alle drei Arten von Erde haben reinigende Eigenschaften. Die Unterschiede liegen lediglich in der Zusammensetzung und der Herkunft.

Die Erden saugen Fett und Schmutz auf ohne dabei die Haare bzw. die Kopfhaut zu entfetten.

Der Unterschied zwischen Heilerde, Tonerde und Lavaerde

Bei Heilerde handelt es sich um fein gemahlenes Gestein, das viele Spurenelemente und Mineralien enthält. Darüber hinaus binden sie Schadstoffe an sich und können diese aus dem Körper ausleiten. Heilerde kann äußerlich und innerlich angewendet werden. Heilerde ist ein geschützter Begriff, der eine Arzneimittelzulassung erfordert. Letztlich ist Heilerde aber auch nur Tonerde. Den aufwändigen Zertifizierungsprozess nehmen in Deutschland bislang nur zwei Firmen auf: Luvos und Bullrich.

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Tonerde ist im Prinzip das gleiche, darf aber nur äußerlich angewendet werden. Tonerde kommt in verschiedenen Farben vor, etwa rot, weiß, braun und grün. Die Farbgebung ist abhängig vom Eisenoxidgehalt der Erde, von viel Eisen in roter Tonerde bis zu keinem Eisen in weißer Tonerde. Weiße Tonerde wird auch Kaolin genannt. Sie empfiehlt sich bei feinen, blondierten und extrem strapazierten Haaren, da sie weniger austrocknet.

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Lavaerde, auch Ghassoul genannt, hat mit Lava nichts zu tun. Die Bezeichnung leitet sich vielmehr vom lateinischen „lavare“ (waschen) ab, insofern wäre Wascherde die korrekte Bezeichnung. Sie kommt aus dem Atlasgebirge, daher rührt auch die marokkanische Bezeichnung „Ghassoul“. Lavaerde enthält besonders viel Silicium. Viele Nutzer*innen berichten, dass die Lavaerde von allen Erden am geeignetsten zur Haarwäsche sei.

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Haare waschen mit Erden

Vermische 2 EL Lava-, Heil- oder Tonerde und 200 ml warmem Wasser mit einem nichtmetallischem Löffel und in einem nichtmetallischem Gefäß. Das ist wichtig, weil Erden ihre mineralische Wirkung bei Berührung mit Metall verlieren. Lass das ganze zwei Minuten quellen, die Konsistenz sollte schleimig sein. Verteile die Mischung auf der Kopfhaut und massiere sie gut ein. Danach gründlich ausspülen.

Anschließend spülst du die Haare gut mit Wasser durch und schließt mit einer sauren Rinse mit Apfelessig ab, um die PH-Balance deiner Kopfhaut zu gewährleisten.